Studie: Gasversorger 2015 mit deutlichen Überschüssen

Gasversorger 2015 mit deutlichen Überschüssen

Laut einer Studie haben Gasversorger 2015 einen deutlichen Überschuss erwirtschaftet.

Für die Gasversorger war das Jahr 2015 scheinbar sehr erfolgreich. Sie erwirtschaften in diesem Zeitraum ein Plus von gut 1,3 Milliarden Euro. Grund für die positive Entwicklung der Versorger ist der sinkende Gaspreis an der Börse. Das ist das Ergebnis einer Studie des Hamburger Energiefachmanns Steffen Bukold, die im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion durchgeführt wurde. Zwar haben Gasunternehmen für das kommende Jahr bereits eine Preissenkungen angeboten, allerdings sind es aktuell nur rund ein Fünftel der Anbieter.

 

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Kunden sollten wechseln

Da die Versorgungsunternehmen den gesunkenen Preis nicht an die Kunden weitergeben hätten, seien diesen im Schnitt eine Ersparnis von 132 Euro im Jahr entgangen. Die Studie kommt daher zum Ergebnis: Die Verbraucher sollten die Preise vergleichen und ggf. einen Anbieterwechsel in Betracht ziehen. Oft liege die Ersparnis dabei bei über zehn Prozent dank der 65 Versorger, die durchschnittlich pro Region vorhanden sind.

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Bärbel Höhn von den Grünen rät ähnliches: Sollte der eigene Versorger in den nächsten Monaten nicht eine Preissenkungen ankündigen, ist der Wechsel zu einem anderen Anbieter eine sinnvolle Option. Der Energiefachmann Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW meint außerdem, dass die Versorger, die keine Preissenkung ankündigen, es sehr gut begründen sollten.

 

Weltweit sinkende Einkaufspreise für Gas

Seit mehreren Jahren fallen international die Gaspreise, in Europa sogar seit 2014 um ein Drittel. Der Grund: Durch das Fracking in den USA kommt es auf dem Weltmarkt zu einem Überangebot – bei relativ gleichbleibender Nachfrage. Von dieser Entwicklung würden die Verbraucher aber nicht profitieren. Laut Bukolds Untersuchung lag die Differenz zwischen Beschaffungspreis an der Börse und dem Verbraucherpreis bei etwa zehn Prozent. So haben Kunden durchschnittlich rund 0,6 Cent je Kilowattstunde drauf gezahlt. In drei Bundesländern war dieser Trend besonders stark ausgeprägt: Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

 

Kritik seitens BDEW

Pressereferentin Manuela Wolter von BDEW kritisiert die einseitige Darstellung der Studie. Diese unterscheide nicht zwischen dem kurzfristigen Handel (Spotmarkt) und dem langfristigen Handel mit Gas (Terminprodukte). Zwar treffen die Punkte teilweise für den kurzfristigen Handel zu, für die langfristig gehandelten Gasmengen jedoch nicht. Hier seien nämlich die Preise nicht so stark gesunken wie beim Spotmarkt. Während dieser primär dazu dient, Versorgungsschwankungen auszugleichen, wird Gas bei Terminprodukten längere Zeit im Voraus eingekauft.

 

Kritik gab es schließlich für die Darstellung zur Zusammensetzung des Gaspreises. Laut Wolter machen die Beschaffungskosten nur etwas mehr als die Hälfte des Gaspreises für den Verbraucher aus. Dazu müssen noch Netzentgelte, Steuern und Abgaben hinzugerechnet werden – gerade die Netzentgelte sind regional sehr unterschiedlich. Außerdem ist für 2016 eine Steigerung der Entgelte zu erwarten, was die Versorger bei der Kalkulation der Gaspreise berechnen müssen.

 

 

Mit Material von dpa und bdew

Bild © Digitalpress – Fotolia.com

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