Tagesgeld in Zeiten von Null- und Minus-Zinsen

Tagesgeld-Konto: Vergleich und Wechsel lohnt sich oft

Auch ein Tagesgeld-Konto kann noch Zinsen bringen.

Das anhaltende Zins-Tief entwickelt sich für Sparer zunehmend zur Qual. Denn seine Auswirkungen bekommen auch Privatkunden immer häufiger zu spüren. Inzwischen zahlen schon 375 Banken und Sparkassen gar keine Zinsen mehr aufs Tagesgeld. Das zeigt eine Auswertung von über 800 Banken. Mindestens 13 weitere Geldhäuser verlangen sogar Minuszinsen, mehrheitlich noch begrenzt auf größere Vermögen.

Für alle Sparer, die eine jederzeit verfügbare Liquiditätsreserve brauchen, bleibt das Tagesgeldkonto dennoch unverzichtbar. Doch mehr denn je gilt in Zeiten von Null- und Minuszins: Vergleichen lohnt sich. Wer die Augen offen hält, findet noch vergleichsweise gut verzinste Tagesgeldangebote.

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Berechnungskriterien
  • Berechnungskriterien: Festgeld

  • (min. 500,- Euro - Anlagebetrag hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

  • (Anlagedauer hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

 

So wirken sich Top-, Null- und Minus-Zinsen aus

Bei Top-Anbietern erhalten Sparer heute bis zu 0,5 Prozent Zinsen auf eine Einlage von 10.000 Euro. Nach einem Jahr können sie sich über Zinseinnahmen von immerhin 50 Euro freuen.

Banken mit Negativzinsen belasten das Ersparte meistens mit einem Zinssatz von -0,4 Prozent. Das entspricht dem Strafzins, den sie selbst auf ihre Einlagen bei der Europäischen Zentralbank zahlen. Die Geldhäuser verlangen Strafzinsen allerdings erst ab Einlagen von mindestens 100.000 Euro – bei manchen ist die Grenze sogar höher. Strafzinsen Fallen in der Regel nur für den Teil der Ersparnisse an, der über dem Grenzwert liegt.

Einig Geldinstitute führen den Minuszins allerdings durch die Hintertür ein. Sie gewähren zwar einen nominellen Zins von beispielsweise 0,01 Prozent. Dafür belasten sie die Einlagen aber mit Gebühren, die teilweise deutlich über den gewährten Zinsen liegen. Spätestens wenn die eigene Bank Strafzinsen oder Kontogebühren aufs Tagesgeld erhebt, ist es Zeit für einen Wechsel.

 

Auch auf die Einlagensicherung achten

Dabei sollten Sparer allerdings nicht ausschließlich auf die Zinsen schauen. Mindestens ebenso bedeutend ist die Sicherheit der Geldanlage. In der Europäischen Union (EU) sind Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt.

Allerdings gibt es aktuell noch kein gemeinsames Einlagensicherungssystem. Im Falle einer Bankenpleite werden Sparer aus dem Einlagensicherungsfonds des jeweiligen Landes entschädigt.  Sollten im Falle einer Krise mehrere Institute pleitegehen und das vorhandene Geld nicht ausreichen, müsste das Land selbst einspringen.

Wer absolut auf Nummer sicher gehen will, legt das Ersparte nur bei Banken aus EU-Staaten an, die von den großen Ratingagenturen eine Topbewertung erhalten haben. Neben Deutschland sind das Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich und Schweden. Banken müssen ihren Kunden kenntlich machen, welcher Einlagensicherung sie angehören.

Wer mehr als 100.000 Euro anlegt, sollte das Geld entweder auf mehrere Banken verteilen oder darauf achten, dass die Einlagensicherung über das gesetzlich geforderte Minimum hinausgeht. Bei den meisten deutschen Geldhäusern sind Anlagebeträge von mehreren Millionen Euro abgesichert.

 

Zins-Hopping kann sich lohnen

Weil sich Tagesgeld-Zinsen täglich ändern können, sollten Verbraucher stets ein wachsames Auge auf ihr Konto haben. Wenn sich der Zins deutlich verschlechtert, lohnt sich meist ein Wechsel – zumal viele Banken Neukunden mit besonders attraktiven Zinsen locken und diese für einen bestimmten Zeitraum garantieren. Eine agile Anlagestrategie mit regelmäßigem Zins-Hopping zahlt sich also aus.

Manch ein Sparer fürchtet, dass regelmäßige Kontowechsel womöglich zu Lasten seine Bonität gehen könnten. Solche Sorgen sind aber unbegründet. Weil ein Tagesgeldkonto nicht ins Minus rutschen kann, erfolgen auch keine Meldungen an die Schufa oder andere Auskunfteien, solange nicht gleichzeitig ein Girokonto als Referenzkonto miteröffnet wird.

 

Mit Material von bundesbank.de und test.de

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