Telefonanschluss kündigen: Bei Umzug Sonderkündigungsrecht möglich

Telefonanschluss kündigen: Bei Umzug kann Sonderkündigungsrecht greifen

Wer seinen Telefonanschluss wegen Umzugs kündigen will, kann nun unter Umständen rascher aus seinem Vertrag als bisher.

Den Telefonanschluss zu kündigen, ist nur eine vielen Sachen, die bei einem Umzug beachtet werden müssen. Wer seinen Wohnsitz verlegen will, hat künftig unter Umständen die Möglichkeit, seinen Telefonvertrag frühzeitig zu beenden. Dazu hat ein Urteil des Amtsgerichts Köln (Az.: 142 C 408/15) von Ende Januar beigetragen. Wie die Verbraucherzentrale Thüringen berichtet, kommt die Entscheidung der Richter aber nicht allen Telefonkunden zugute.

 

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Nutzung des Sonderkündigungsrechts erfordert bestimmte Voraussetzung

Wer seinen Telefonanschluss kündigen will, weil ein Umzug bevorsteht, kann mit dem Urteil seinen Vertrag mit einer Frist von drei Monaten beenden. Dazu muss aber folgende Bedingung erfüllt sein: Der aktuelle Telefonanbieter kann am neuen Wohnort keinen Anschluss zur Verfügung stellen. Ist dies gegeben, hat der Kunde ein außerordentliches Kündigungsrecht. Die Kündigungsfrist beginnt dabei mit dem Tag, an dem das Kündigungsschreiben beim Provider eingeht; nicht erst am Tag des Auszugs aus der bisherigen Wohnung.

 

Umzug nach Thailand: Streit um Zahlung unter Vorbehalt

Das Kölner Gericht verhandelte einen Fall, bei dem ein Mann seinen Telefonanschluss kündigen wollte, da er seinen Umzug nach Thailand plante. Sein bisheriger Telefonanbieter konnte ihm in diesem Land keinen Anschluss ermöglichen, sodass der Verbraucher von seinem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machte. Am 5. Januar 2015 schickte der Mann dem Provider ein entsprechendes Schreiben, nahm gleichzeitig aber auch noch eine Zahlung unter Vorbehalt für den Monat Mai 2015 vor. Die Gebühr betrug eine Summe von 18, 50 Euro. Der Telefonanbieter war der Ansicht, die Zahlung sei zu Recht von dem Mann vorgenommen worden. Dagegen reichte dieser Klage ein.

 

Das Amtsgericht entschied zu Gunsten des Klägers. Nach Auffassung der Richter sei die Zahlung für den Mai ohne Rechtsgrund getätigt worden. Als Begründung führten die Juristen an, dass die Kündigung des Mannes dem Anbieter bereits Anfang Januar 2015 schriftlich vorlag; der Telefonvertrag lief somit am 30. April 2015 aus. Weiter hieß es im Richterspruch: Eine Kündigung des Telefonanschlusses ist erst dann wirksam, wenn der betreffende Kunde auch tatsächlich aus seiner bisherigen Wohnung ausgezogen ist und das Telekommunikationsunternehmen diesem keinen neuen Anschluss anbieten kann. Im verhandelten Fall war die Kündigung des Telefonvertrages bereits wirksam, da der Telefonkunde schon Mitte Februar aus seiner alten Wohnung ausgezogen war.

 

Telefonanschluss kündigen bei Umzug: Frist beginnt oft erst am Auszugstag

Die Thüringischen Verbraucherschützer machen zudem darauf aufmerksam, dass es bisher gängige Praxis der Telefonprovider gewesen sei, die Kündigungsfrist für einen Telefonanschluss bei einem Umzug erst ab dem Tag des Auszugs laufen zu lassen. Mit dem Kölner Urteil wurden jetzt jedoch die Rechte der Verbraucher gestärkt. Unter Berufung auf die neue Rechtslage gilt nun: Verbraucher können ihren Telefonanschluss bei Umzug unter Umständen rascher kündigen. Wer mit einer Vorlaufzeit von drei Monaten kündigt, muss in der Regel nicht mehr mit weiteren Zahlungen nach Auszug rechnen.

 

Mit Material von dpa

Bild © Doreen Salcher / Fotolia.com

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