Touristen und Untermieter: Internetnutzung vorab regeln

Bei regulärem oder über airbnb eingemietetem Untermieter Internetnutzung absichern

Wer einen Untermieter hat, sollte die Internetnutzung mit ihm regeln und sich gegen illegale Downloads durch den Mitbewohner absichern.

Die herkömmliche Untervermietung von Wohnraum ist schon lange gang und gäbe auf dem Wohnungsmarkt. Über spezielle Online-Portale können Mieter und Besitzer ihre Wohnungen und Häuser mittlerweile aber auch anderen, meist fremdem Personen gegen Zahlung einer Mietgebühr für mehr oder weniger kurze Zeit zur Verfügung stellen, z.B. Touristen, die sich nur für einige Tage die Stadt anschauen wollen.

Doch Vorsicht bei der Beherbergung von Touristen und Untermietern in den eigenen vier Wänden: Diese sollten immer zu einer legalen Internetnutzung verpflichtet werden. Ansonsten drohen dem Vermieter unangenehme Folgen.

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Illegale Internetnutzung durch Untermieter zahlt oft der Hauptmieter

Wer es einem Touristen oder seinem Untermieter erlaubt, den Internetanschluss in Haus bzw. Wohnung zu nutzen, der sollte sich im Vorfeld gegen mögliche Haftungen absichern. Lädt der Untermieter nämlich beispielsweise Musik oder Filme herunter, die urheberrechtlich geschützt sind, muss der vermietende Hauptbewohner als Anschlussinhaber mit Abmahnungen in empfindlicher Höhe rechnen, so die Berliner Anwältin Lina Böcker. Wird ein Untermietvertrag vereinbart, sollte man sich vom neuen Mitbewohner oder Kurzzeitbewohner unbedingt den Verzicht auf illegalen Daten-Download zusichern lassen, empfiehlt die Juristin.

 

Schriftliche Erklärung und sicheres WLAN-Passwort schützen Anschlussinhaber

Eine solche Zusicherung kann zum Beispiel durch die Unterzeichnung einer entsprechenden schriftlichen Erklärung durch den Untermieter erfolgen. Die allein reicht aber nicht aus, um sich als Vermieter gegen eventuelle Schäden durch illegale Internetnutzung abzusichern. Wichtig ist zudem, dass im Fall von WLAN dieses Netzwerk durch eine WPA2-Verschlüsselung geschützt ist und das Passwort auch regelmäßig geändert wird.

Möglich ist es auch, über den Router zu Hause einen Gastzugang für Untermieter einzurichten. Weiterer Vorteil dabei ist, dass sich über die Benutzeroberfläche des Routers auch die Nutzung von Filesharing-Börsen blockieren lässt.

 

Bei illegaler Internetnutzung Vermieter in der Beweispflicht

Grundsätzlich gilt, so Böcker: Für Rechtsverletzungen haftet der Anschlussinhaber – schon allein durch das Bereitstellen des Internetzugangs, mit dem vom Untermieter gesetzeswidrig gehandelt wird. Im Zweifelsfall muss also der Vermieter beweisen können, dass die Rechtsverletzung nicht von ihm, sondern vom Untermieter oder einem anderen Bewohner begangen wurde. Diese Person muss dem Abmahnenden namentlich genannt werden. Damit dies gelingen kann, ist es sinnvoll, die eigene Abwesenheit zu dokumentieren, um sie belegen zu können – zum Beispiel über Flugtickets, Hotel- oder Restaurantrechnungen.

Wer diesen Aufwand nicht auf sich nehmen will, sollte die eigenen vier Wänden am besten ohne Internetanschluss untervermieten.

 

Mit Material von dpa

Bild © Guy Erwood – Fotolia.com

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