United Internet steuert Jahresziele an

Der Telekomanbieter United Internet läuft nach Einschätzung von Analysten nach dem ersten Halbjahr sicher auf seine Jahresziele zu. Im Gesamtjahr will United-Internet-Chef Ralph Dommermuth ein Umsatzplus von 15 Prozent (2009: 1,66 Mrd Euro) und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf Vorjahres-Niveau (356,1 Mio Euro) erreichen. Im ersten Halbjahr dürfte der Umsatz nach Einschätzung der sieben von dpa-AFX befragten Analysten bereits um 14 Prozent gestiegen sein. Deshalb interessiert die Analysten vor allem, was Unternehmenschef Dommermuth zu seinen neuen Wachstumsfeldern zu sagen hat. Das im TecDax notierte Unternehmen mit Sitz in Montabaur legt am 27. August seinen Quartalsbericht vor.

Im zweiten Quartal erwarten die Experten ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 466 Millionen Euro. Das EBITDA sehen sie bei 92,2Millionen Euro nach 90,2 Millionen Euro im Vorjahr. United Internet will in diesem Jahr 50 Millionen Euro in neue Geschäftsfelder stecken, ein Großteil der Investitionen wird nach den Worten von Dommermuth im zweiten Halbjahr anfallen.

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Dommermuth will das Wachstum seines Unternehmens mit neuen Diensten wie Cloud Computing und mobilem Internet vorantreiben. Die hatte Anfang Juli neue Mobilfunkdatentarife und einen eigenen Tablet-PC auf den Markt
gebracht. Das Unternehmen betonte bei der Vorstellung, das “SmartPad” sei nicht als Konkurrent zu Apples iPad gedacht, sondern als eine Art Kontrollzentrum für die Heimunterhaltung auf dem Sofa. In der Tech-Gemeinde fand das Tablet nur verhaltene Resonanz. Der Formfaktor des gut zwei Zentimeter dicken Geräts und auch die technische Ausstattung ließen doch sehr zu Wünschen übrig, hieß es bei einschlägigen Magazinen. Ob sich Dommermuth auf der Pressekonferenz Ende kommender Woche zu ersten Verkaufszahlen äußern wird, bleibt abzuwarten.

Mit Blick auf die neuen, nach Einschätzung von DZ-Bank-Analyst Joeri Sels durchaus “preisaggressiven” Mobilfunktarife könnte Dommermuth hingegen offener sein. Der Experte kann sich gut vorstellen, dass “United bereits etwas zu den Vertragszahlen, der ARPU-Erwartung, zur Produkt-Pipeline und zur Profitabilität sagen wird”. Seit Juli kann das Unternehmen als virtueller Netzbetreiber auf dem Vodafone-Netz eigene Dienste anbieten. Von der Konkurrenz erntete United-Internet-Chef Dommermuth Kritik wegen der niedrigen Preise. Nach Meinung von Unicredit-Analyst Thomas Friedrich dürften die Tarife aber trotzdem attraktive Margen für United Internet beinhalten.

Von Bedeutung sind natürlich nach wie vor auch die Kundenzahlen: Die Analysten rechnen weiterhin mit Kundenverlusten im einfachen DSL-Geschäft. Die Zahl der Komplettanschlüsse, die neben Internet auch Telefon einschließen, dürfte aber gestiegen sein. United Internet hatte sich im vergangenen Jahr noch die DSL-Kunden von Freenet gekauft und vertreibt seine DSL-Pakete inzwischen in den Ladengeschäften der Hamburger. Im Hosting dürfte erneut vor allem das Auslandsgeschäft stark gelaufen sein. Die Erholung auf dem Werbemarkt sollte sich auch in den Zahlen von United Internet zeigen, erwartet Commerzbank-Analystin Heike Pauls. Die Hosting-Tochter Sedo leide aber weiterhin unter Kundenverlusten und ihrer Neuausrichtung.

Mit Aussagen zu Übernahmen dürfte sich United Internet wie üblich bedeckt halten. Neben Expansionsplänen für das Hosting-Geschäft im Ausland, gilt Dommermuth in der Branche nach wie vor als möglicher Käufer für das Privatkundengeschäft von Versatel. (dpa/mb)

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