6 Versicherungsbegriffe, die kaum jemand kennt

Versicherungsbegriffe sind manchmal nur schwer verständlich.

Viele Versicherungsbegriffe sorgen meist für Verwirrung, statt für Klarheit zu sorgen.

Oft ist das Lesen des Versicherungsvertrages keine Freude: Lange, nur schwer verständliche Sätze und oft Begriffe, die auf Anhieb nicht sofort zu verstehen sind. Begriffe wie Selbstbehalt oder Deliktunfähigkeit sind recht geläufig – doch was ist Subsidiärdeckung und Prolongationsklausel? Im Folgenden werden sechs Begriffe erklärt, die für den Versicherungsschutz wichtig sind.

 

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Allgefahrendeckung

Eine Allgefahrendeckung schützt, wie der Name schon sagt, gegen alle Gefahren – außer die, die ausgeschlossen sind. Die einfache Formel: Gerät kaputt, Schaden wird bezahlt. Sie unterscheidet sich damit von der Hausratversicherung, die für konkret benannte Gefahren wie Feuer oder Einbruch zahlt. Ausgeschlossen sind in der Allgefahrendeckung auch die Schäden durch Abnutzung.

 

Ein Beispiel: Es gibt zum Beispiel Handyversicherungen, die auch für das kaputte Display eines heruntergefallenen Smartphones bezahlen. Solche Beschädigungen an eigenen Sachen sind Beispiele für eine Allgefahrendeckung.

 

Hinweis: Der Versicherungsschutz ist umfangreich. Das macht die Verträge oft relativ teuer. Andererseits wird teilweise nur der Zeitwert ersetzt, nicht der Anschaffungswert.

 

Mallorca-Police

Wer im europäischen Ausland einen Mietwagen fährt, benötigt ebenfalls eine Kfz-Haftpflicht. In einigen Ländern ist die Versicherungssumme allerdings geringer als hierzulande. In diesem Fall greift die Mallorca-Police: Wenn die Kosten für die Schadensregulierung über der Versicherungssumme der dortigen Haftpflicht liegen, zahlt diese Police den Differenzbetrag.

 

Ein Beispiel: Nach einem Unfall belaufen sich die Kosten für die Schadensregulierung auf 350.000 Euro. Die Haftpflicht der Autovermietung sieht aber ­– wie in Albanien ­– nur eine Versicherungssumme von 140.000 Euro pro Person (maximal 360.000 Euro) und 71.000 Euro pro Unfall vor. Die Differenz der Unfallkosten zahlt hier nun die Mallorca-Police.

 

Hinweis: In vielen europäischen Ländern wurden die Deckungssummen angepasst. Dennoch ist die Mallorca-Police ein wichtier Tarifbaustein, wenn man oft einen Mietwagen nutzt. Und ohne eigenen Kfz-Versicherung? Hier lässt sich vielerorts ein Versicherungsschutz mit erhöhter Deckung gegen eine geringe Gebühr dazubuchen.

 

Allmählichkeitsschäden

Der Begriff Allmählichkeitsschäden findet sich zumeist bei Haftpflichtversicherungen und Gebäudeversicherungen und bezeichnet solche Schäden, deren Ursachen zu Beginn unerkannt bzw. unbekannt sind und die häufig nur schleichend auftreten.

 

Ein Beispiel: Durch Bauarbeiten auf einem Grundstück wird unbemerkt die Wasserleitung beschädigt. Erst Wochen oder gar Monate später wird der Schaden dadurch erkannt, dass sich Schimmel im Keller des Wohnhauses bildet.

 

Hinweis: Vorsicht bei alten Verträgen: Sie schützen noch nicht bei Allmählichkeitsschäden und die Versicherten bleiben auf dem Schaden sitzen. Erst 2008 hat der Versichererverband sie in seine unverbindlichen Musterbedingungen aufgenommen. Da hilft ein Wechsel auf aktuelle Konditionen.

 

Subsidiärdeckung

Wenn ein Risiko oder ein möglicher Schadenfall durch zwei unterschiedliche Versicherungsverträge abgedeckt ist, spricht man von einer Subsidiärdeckung – oder auch von einer Subsidiärklausel.

Ein Beispiel: Beim Mietwagen im europäischen Ausland ist im Preis zumeist eine Kfz-Haftpflicht einbegriffen. Ist darüber hinaus die Mallorca-Police Bestandteil der eigenen Autoversicherung, kann man in diesem Fall von einer Subsidiärdeckung sprechen.

Hinweis: Bei Verträgen, die beide eine Subsidiärklausel beinhalten, muss man in der Regel nicht mehr damit rechnen, dass der Schaden nicht reguliert wird. Beide Klauseln heben sich laut Entschluss des BGH vom Februar 2014 (Az. IV ZR 389/12) auf.

 

Prolongationsklausel

Hinter der kompliziert klingenden Prolongationsklausel versteckt sich die automatische Verlängerung des Versicherungsvertrages. Meist wird die Laufzeit um ein Jahr verlängert, wird vorher nicht rechtzeitig gekündigt.

 

Ein Beispiel: Hat der Kunde eine private Haftpflicht zum 01. Januar 2016 abgeschlossen, läuft diese bis zum 31. Dezember 2016. Wird der Vertrag nicht gekündigt, bleibt der Versicherungsschutz bestehen und verlängert sich in der Regel immer um jeweils ein weiteres Jahr.

 

Tipp: Die Prolongationsklausel findet sich in fast jedem Versicherungsvertrag. Für den Kunden hat sie den Vorteil, dass er für die Fortführung des Versicherungsschutzes nicht aktiv werden muss, hat er den Vertrag einmal abgeschlossen.

 

Gliedertaxe

Der Begriff findet sich bei der privaten Unfallversicherung. Auf dieser Grundlage ermitteln die Versicherungen den Betrag, den man beim Verlust eines Körperteils oder eines Sinnesorgans durch einen Unfall erhält. Körperteile werden dabei mit einem bestimmten Prozentwert eingestuft, also taxiert.

 

Ein Beispiel: Die Versicherungssumme der privaten Unfallversicherung beträgt 200.000 Euro. Durch einen Unfall verliert man einen Zeigefinger, der mit 10 Prozent bemessen wird. Folglich erhält man von der Versicherung 20.000 Euro.

 

Tipp: Die Gliedertaxe ist oft ähnlich, aber bei leistungsstarken Tarifen haben die Versicherer nachgelegt. Genau deshalb lohnt sich ein Blick in die Gliedertaxe vor Abschluss des Vertrages. Denn wenn ein teurerer Tarif den Zeigefinger zum Beispiel mit 30 Prozent taxiert, bekommt das Unfallopfer in unserem Beispiel 60.000 statt 20.000 Euro.

 

 

Bild © Marco2811 – Fotolia

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