Wandel bei Eon – Teyssen will Farbe bekennen

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Stromanbieter: Umstrukturierung bei E.ON

Ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt will der neue Chef des Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen, Mitte der Woche Farbe bekennen und seine Strategie für die kommenden Jahre vorlegen. Anleger warten dabei vor allem auf Aussagen zur künftigen Ergebnisentwicklung. Eon steht vor Gewinnrückgängen. Grund dafür sind die Belastungen, die die Energiekonzerne im Gegenzug für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland in Kauf nehmen müssen. Als Folge dürfte Eon weniger Dividende zahlen, auch die Investitionen könnten gesenkt werden.

Die Vorlage der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate dieses Jahres ist hingegen eher ein Randereignis. Ende Oktober hatte Eon bereits auf der Basis vorläufiger Berechnungen mitgeteilt, dass der operative Gewinn (bereinigtes EBIT) um 9 Prozent auf 8 Milliarden Euro gestiegen ist. An seiner Jahresprognose hielt das Unternehmen fest. Demnach soll das operative Ergebnis maximal um drei Prozent steigen, der bereinigte Überschuss stagnieren. Im vergangenen Jahr hatte Eon der Wirtschaftskrise weitgehend getrotzt. Das operative Ergebnis war lediglich um zwei Prozent auf 9,6 Milliarden Euro gesunken, das bereinigte Nettoergebnis um fünf Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

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Trotz neuerlicher Milliardenabschreibungen auf sein erst vor zwei Jahren erworbenes Geschäft in Südeuropa ließ Eon bereits durchblicken, dass die Dividende für dieses Jahr nicht in Gefahr sei. Grundlage für die Berechnung der Ausschüttung ist das bereinigte Nettoergebnis, und aus diesem werden einmalige Effekte wie Wertberichtigungen herausgerechnet. Wegen der schwachen Wirtschaftslage in Südeuropa hatte Eon 2,6 Milliarden Euro auf seine dortigen Aktivitäten in den Wind geschrieben. Im Nettoergebnis wird diese Belastung zu sehen sein.

Für die ersten neun Monate rechnen die zehn von dpa-AFX befragten Analysten mit einem leichten Anstieg des bereinigten Überschusses um 0,3 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Unbereinigt dürfte der Wert um mehr als die Hälfte auf 2,9 Milliarden Euro einbrechen, der Umsatz hingegen um 7 Prozent auf 61,9 Milliarden Euro steigen. Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr hatte der Konzern gesenkt, weil Eon sein inzwischen praktisch verkauftes US-Geschäft herausgerechnet hat.

An der bisherigen Dividendenpolitik will Eon-Chef Teyssen nach früheren Aussagen trotz der Kosten für die Laufzeitverlängerung festhalten. Zwischen 50 und 60 Prozent des bereinigten Überschusses zahlt Eon bislang an seine Anleger aus. Die Belastungen aus dem Energiekonzept der Bundesregierung dürften sich aber künftig nicht mehr als Sondereffekte herausrechnen lassen, so dass den Aktionären kleinere Ausschüttungen bevorstehen. Das schadet der Attraktivität der Versorgeraktien, die bislang für ihre hohe Dividendenrendite geschätzt waren.

Presseberichten zufolge will Teyssen sein Unternehmen radikal umbauen. Demnach sollen renditeschwache Bereiche verkauft oder mit Partnern betrieben werden. Wachstumspotenzial sehe Teyssen hingegen in neuen Märkten. In Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien wolle er künftig Kraftwerke bauen und betreiben. An ein Endkundengeschäft sei aber nicht gedacht.

Die künftigen Strukturen des größten deutschen Energiekonzerns sind in Grundzügen ebenfalls bereits bekannt. Die Zentrale in Düsseldorf soll künftig an Macht gewinnen und zum operativen Zentrum des Konzerns werden. Die Töchter Eon Energie in München und Eon Ruhrgas in Essen dürften dagegen an Bedeutung verlieren. Eon Energie soll künftig etwa nur noch das regionale Geschäft in Deutschland inklusive des Gas-Vertriebes führen. Für die Aktivitäten im Ausland werden die einzelnen Landesgesellschaften verantwortlich sein. Eon Ruhrgas soll sich auf das internationale Gasgeschäft konzentrieren. Die bisherigen Konzernstrukturen von Eon sind zum einen der Firmenhistorie geschuldet – Eon entstand aus dem Zusammenschluss von Veba (Düsseldorf) und Viag (München). Zum anderen kamen in den vergangenen Jahren Unternehmen wie Ruhrgas durch Zukäufe hinzu. (dpa/mb)

Bild: © Bernd_Leitner – Fotolia.com

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