Aktien oder Festgeld – was ist die beste Geldanlage?

Beste Geldanlage: Info

Festgeld, Sparbuch oder Aktien – was ist die beste Geldanlage?

Die Zinsen sind niedrig wie nie, aber die Nachfrage nach Geldanlagen ist ungebrochen hoch. Früher war es einfacher, sich für eine gute Geldanlage zu entscheiden. Sicherheit und eine gute Rendite vereinten Anlagen wie Sparbriefe oder Festgeld. Doch in Zeiten niedriger Zinsen werfen diese Anlagen kaum noch Gewinne ab. Wer heute sicher anlegen will, bekommt kaum mehr raus, als er eingesetzt hat. Um sein Geld wirklich zu vermehren, müssen deutsche Anleger risikofreudiger werden, rät die Süddeutsche Zeitung. Die beste Geldanlage gibt es jedoch pauschal nicht. Das Für und Wider verschiedener Geldanlagen muss jeder Sparer für sich ausmachen.

 

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Berechnungskriterien
  • Berechnungskriterien: Festgeld

  • (min. 500,- Euro - Anlagebetrag hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

  • (Anlagedauer hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

Deutsche Sparbücher könnten die Staatsverschuldung zurückzahlen

Angst um ihr Erspartes lässt Millionen Deutsche ihr Geld zu schlechten Konditionen anlegen. Hinzu kommt eine in Deutschland verbreitete Anlage-Müdigkeit. Für die meisten Sparer ist die beste Geldanlage die, bei der sie ihr Geld einmal anlegen und es dann nach einigen Jahren mit Gewinn wieder abholen. Etwa zwei Billionen Euro liegen auf deutschen Sparbüchern, Giro- und Tagesgeldkonten, deren Minizinsen noch unter der Inflationsrate liegen. Das Geld befindet sich ohne Aussicht auf Wertsteigerung auf deutschen Konten. Damit könnten die hiesigen Sparer fast auf einen Schlag den deutschen Staatshaushalt sanieren. Die Staatsverschuldung liegt nämlich ebenfalls bei rund zwei Billionen Euro.

 

Die Zahl der Sparer geht zurück

Das Ende der Niedrigzinsphase ist nicht abzusehen. Geht es nach EZB-Präsident Mario Draghi, würden die Zinsen sogar noch weiter fallen. Die Konsequenz daraus ist, dass immer mehr Deutsche ihr Geld gar nicht mehr sparen, sondern sofort wieder ausgeben. Vor allem für Single-Haushalte stellt sich die Frage nach der besten Geldanlage immer seltener, denn sie verzichten zunehmend auf Rücklagen für schlechtere Zeiten. Trotzdem liegt die Sparquote in Deutschland deutlich höher als in anderen Industrienationen. Etwa zehn Prozent des verfügbaren Einkommens werden hierzulande angelegt.

 

Langfristige Geldanlagen verlieren an Bedeutung

Langfristige Geldanlagen wie Festgeld oder Sparbriefe bringen auch heute noch eine höhere Rendite als andere Anlageformen und sind damit für viele die beste Geldanlage. Das Geld wird für einen bestimmten Zeitraum angelegt und ist in diesem nicht verfügbar. Dafür zahlen Banken vergleichsweise hohe Zinsen. Die Besonderheit von Festgeld: Die einmal festgelegten Konditionen gelten für die gesamte Laufzeit. Sinken die Zinsen während der Laufzeit drastisch, profitieren Sparer dennoch von den besseren Konditionen bei Vertragsabschluss. Umgekehrt werden jedoch auch steigende Zinsen nicht an den Kunden weitergegeben.

Banken orientieren sich bei der Vergabe der Zinsen am Leitzins der Europäischen Zentralbank. Daher sind auch hier die Renditen in den letzten Jahren deutlich gesunken. Die Anlagedauer von Festgeld beträgt bis zu zehn Jahre. Angelegt werden kann das Geld nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland, wo Banken zum Teil etwas höhere Zinsen anbieten. Durch die gesetzliche Einlagensicherung ist eine Anlage von 100.000 Euro pro Person und Bank sicher. Bei einer Geldanlage im europäischen Ausland gilt diese zwar auch, trotzdem sollten Anleger vorab die Bonität der Bank genau prüfen.

 

Geld soll schnell verfügbar sein

Anleger wollen heute ihr Geld nicht mehr auf Jahre hinweg anlegen, sondern jederzeit darüber verfügen können. Daran ist vor allem die Finanzkrise schuld. Entfielen vor der Krise 2007 noch rund 25 Prozent aller Spareinlagen auf langfristige Geldanlagen, waren es 2013 nur noch gut 15 Prozent. Umso beliebter sind seitdem Tagesgeldkonten, obwohl auch hier die Zinsen unter der Inflationsrate liegen. Noch weniger Zinsen gibt es auf dem Girokonto. Trotzdem hat im Jahr 2014 die Hälfte aller Sparer ihr Geld einfach auf dem Girokonto gelassen und damit nahezu komplett auf Zinsen verzichtet.

 

Sind Aktien die beste Geldanlage?

Immer noch skeptisch stehen deutsche Anleger riskanteren Anlagen wie Aktien und Fonds gegenüber, während viele Finanzexperten sie als beste Geldanlage mit höchsten Renditechancen betrachten. Allerdings haben beide Varianten in den letzten Jahren deutlich an Attraktivität zugelegt. Wer sein Geld wirklich vermehren will, kommt nicht umhin, von der absoluten Sicherheit Abschied zu nehmen. Der Wandel vom Sparer zum Anleger fällt vielen nicht leicht. Aber nur, wer offensiv mit seinem Geld umgeht, hat die Chance auf einen Zugewinn, so die Experten. Um das Risiko überschaubar zu halten, empfehlen sie gestreute Anlagen mit jeweils kleineren Beträgen.

 

Lebensversicherungen verlieren an Bedeutung

Auch die einst so attraktiven Lebensversicherungen sind heute nicht mehr lukrativ und gelten schon lange nicht mehr als beste Geldanlage. Policen gibt es auch heute noch fast so viele, wie das Land Einwohner hat. Doch um die Zinsversprechen erfüllen zu können, müssen sich Versicherungen heute mächtig ins Zeug legen. Statt wie früher mit vier Prozent können Anleger heute nur noch mit 1,25 Prozent Zinsen rechnen. Damit ist die Lebensversicherung heute längst nicht mehr so attraktiv wie einst. Trotzdem setzen viele Sparer auf die Sicherheit, die eine Lebensversicherung verspricht. Am Ende wird ausgezahlt, was eingezahlt wurde, dazu kommt eine geringe Rendite. Durch die hohen Kosten, die für die Versicherung anfallen, bleibt unterm Strich jedoch weniger, als es zunächst aussieht.

 

Für Vermögenszuwachs vom Sparer zum Anleger werden

Verbraucherzentralen und andere Verbände haben erkannt, dass sich das Anlageverhalten der Deutschen ändern wird. Sie bieten Hilfestellung beim Einstieg in den Anlegermarkt und benennen Vor- und Nachteile verschiedener Anlagen wie Immobilien, Versicherungen oder Aktien. Auch die Risiken bleiben hierbei nicht unerwähnt, sodass sich jeder interessierte Sparer einen ersten Eindruck vom Potenzial seines Vermögens und der besten Geldanlage hierfür verschaffen kann. Wer gut informiert den Sprung vom Sparer zum Anleger wagt, statt sich nur auf die Aussagen seines meist nicht unabhängigen Bankberaters zu verlassen, hat gute Chancen auf Vermögenszuwachs.

 

Mit Material von sueddeutsche.de, welt.de

Bild © iStockphoto.com/alexsl

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