Sonntagsfrage: Was ist eigentlich Heizstrom?

Heizstrom: Info

Was ist eigentlich Heizstrom und wofür wird er verwendet?

Um seine vier Wände zu beheizen, kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Auch bei den Energiequellen gibt es Unterschiede. Besonders verbreitet sind hierzulande Gas- und Ölheizungen. Beide Heizungen haben Vor- und Nachteile. Bei Ölheizungen ist man vom Ölpreis und entsprechenden Importen abhängig. Zudem wird ein Tank benötigt, um das Heizöl zu lagern. Erdgas kann ohne Probleme aus der Leitung bezogen werden, allerdings nur, wenn diese bereits vorhanden ist. Ist kein Gasanschluss in der Nähe verfügbar, können die Vorzüge einer Gasheizung nicht genutzt werden. Eine weitere Alternative für die Befeuerung von Heizungsanlagen ist sogenannter Heizstrom. Aber was ist eigentlich Heizstrom?

 

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Strom war die sichere und komfortable Heizmethode des 20. Jahrhunderts

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen die Menschen mit Strom zu heizen. Die Vorteile lagen damals auf der Hand: Eine Befeuerung mit Öl, Kohle, Holz oder Gas barg immer ein gewisses Risiko. Die Brandgefahr war vergleichsweise hoch, sodass sichere Alternativen gesucht wurden. Zudem war es komfortabler, seine Heizung mit Strom anzutreiben. Im Gegensatz zu Öfen war Wärme durch Strom immer verfügbar, das Nachlegen von Holz oder Kohle entfiel. Auch die Temperaturregelung war einfacher als mit Öfen. In der Anfangszeit des Heizstroms waren es vor allem Elektroheizungen, die über die Steckdose versorgt wurden. Nach und nach entwickelten sich jedoch weitere Heizungsarten, die mit Strom betrieben werden. Lange Zeit waren es vor allem Nachtspeicherheizungen, die mit elektrischem Strom Wärme erzeugt haben. Heute kommen immer mehr Wärmepumpen hinzu. Obwohl hier der Strom nicht direkt für das Heizen benötigt wird, ist der Strom essentieller Bestandteil des Antriebs einer wärmepumpengestützten Heizung.

 

Nachtspeicherheizungen nutzen nachts günstige Stromtarife

Die Nachtspeicherheizung ist häufig in Altbauten zu finden. Sie nutzt Strom, um Wärme zu produzieren. Ursprünglich geschah dies nachts, um die günstigeren Nachttarife nutzen zu können, die es für Strom lange gab. Heute haben sich die Unterschiede für Nacht- und Tagstrom nahezu aufgehoben, sodass eine Nachtspeicherheizung aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn mehr macht. Die Nachtspeicherheizung arbeitet mit Wärmesteinen. Durch die aufgenommene Energie werden diese Wärmespeicher aufgeheizt. Tagsüber wird die Wärme in die Wohnräume abgegeben. Nachteil dabei ist, dass die Wärme kaum reguliert werden kann. Ist die Heizung aufgeladen, gibt sie die Wärme unweigerlich ab, auch wenn die Heizung an diesem Tag doch nicht benötigt wird. Andersherum kann die Heizung auch nicht ohne Vorbereitung höhergestellt werden. Temperaturschwankungen müssen also bereits am Vortag einkalkuliert werden.

 

Was ist eigentlich Heizstrom?

Erzeugt wird Heizstrom aus unterschiedlichen Energiequellen. Als Heizstrom wird er in Abgrenzung zum Haushaltsstrom bezeichnet. Für Heizstrom bieten viele Anbieter spezielle Tarife an. Die Preise lagen lange unter den Preisen für Haushaltsstrom, allerdings ist Heizen mit Strom heute kaum noch wirtschaftlich. Hinzu kommt, dass bei der Herstellung von Heizstrom viel mehr CO2 produziert wird als bei anderen Brennstoffen. Der Strom wird zu einem großen Teil aus Wärmeenergie gewonnen. Dann wird er zu Heizstrom umgewandelt, um anschließend in einer Heizung wieder zu Wärmeenergie zu werden.

 

Abrechnung mit einem Zähler

Wer Heizstrom nutzt, hat meist zwei separate Stromzähler und damit auch zwei getrennte Abnahmeverträge. Über den einen Zähler wird der normale Haushaltsstrom gemessen, über den zweiten Zähler der Heizstrom. Für den Verbraucher birgt dies den Vorteil, dass die jeweiligen Verträge bei unterschiedlichen Anbietern abgeschlossen werden können. Mit zwei getrennten Zählern werden die Kosten für die Heizung und den restlichen Haushalt strikt getrennt gehalten. Ist nur ein Zähler installiert, ist die Abrechnung komplizierter. Zwar verfügt auch ein gemeinsamer Zähler meist über einen Zweitarifzähler, allerdings misst dieser nur, wieviel Strom jeweils im Niedertarif und wieviel im Hochtarif bezogen wurde. Entscheidend ist hier die Uhrzeit des Stromverbrauchs. Ob der Niedertarif nur für die Heizung verwendet wurde, kann der Zähler nicht unterscheiden. Daher werden mit einem bestimmten Rechenschlüssel die beiden Tarife gegenübergestellt, woraus sich am Ende der Rechnungsbetrag ergibt.

 

Abrechnung mit zwei getrennten Stromzählern

Einfacher ist die Abrechnung, wenn es zwei getrennte Stromzähler gibt. Auch hier können sowohl Eintarif- als auch Zweitarifzähler verwendet werden. Der Vorteil getrennter Zähler ist, dass über den zweiten Zähler nur die Heizung abgerechnet wird. Je nach Stromanbieter wird auch hier zwischen Nieder- und Hochtarifen unterschieden. Wird also die Speicherheizung tagsüber auf- oder nachgeladen, sind die Kosten dafür höher, als wenn nachts geladen wird.

 

Nur wenige Anbieter verkaufen günstigen Heizstrom

Obwohl Heizstrom-Kunden die Möglichkeit haben, den Anbieter zu wechseln, erweist sich dies in der Praxis als nicht so einfach. Denn trotz der Öffnung des Heizstrommarkts im Jahr 2010 gibt es immer noch nur wenige Anbieter für Heizstromtarife. Eine Spar-Möglichkeit ist, bei seinem Anbieter die Tarife zu vergleichen. Oft reicht es bereits, in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Wer den Anbieter komplett wechseln möchte, kann im Internet einen Anbietervergleich für eine erste Marktanalyse durchführen. Prüfen Sie vor dem Wechsel, ob Sie nur mit einem Vertrag wechseln können. Einige Anbieter bieten den günstigen Heizstromtarif nur an, wenn Sie gleichzeitig auch Ihren Haushaltsstrom dort beziehen.

 

Mit Material von test.de

Bild © Alterfalter – Fotolia.com

 

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