Wintereinbruch erhöht Erdgasverbrauch

Erdgasverbrauch steigt im Winter an

Aufgrund der Kältewelle steigt der Erdgasverbrauch, was in einigen europäischen Ländern zu einer Knappheit des Erdgas‘ führt.

Die aktuelle Kältewelle lässt den Erdgasverbrauch in ganz Europa deutlich ansteigen. Laut dem Branchendienst energate wurden sowohl in Italien als auch in Griechenland offiziell Alarmstufen ausgelöst. Auch in Südfrankreich wird das Erdgas knapp. Betroffen sind vor allem Regionen, die von Flüssiggaslieferungen (LNG) abhängig sind.

 

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Deutschland ist Verkehrsknotenpunkt für Erdgas

In Deutschland selbst besteht das Risiko von Gasknappheit trotz des Wintereinbruchs kaum. Das hierzulande verbrauchte Erdgas stammt in erster Linie aus Russland und Norwegen und wird über feste Pipelines transportiert. Zusätzlich gibt es zahlreiche Erdgasspeicher. Laut Bundeswirtschaftsministerium hat Deutschland nach den USA, Russland und der Ukraine die weltweit viertgrößte Kapazität an Gasspeichern. Aus Deutschland fließt rund ein Drittel des eingeführten Erdgases weiter in andere Länder.

 

Von wo das Erdgas nach Deutschland fließt

Laut der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen lag das Aufkommen an Erdgas in Deutschland im Jahr 2015 bei 1.184 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Innerhalb von Deutschland wurden 84 Milliarden kWh gefördert, was 7 Prozent des gesamten Aufkommens entspricht. Das restliche Erdgas wurde eingeführt: Aus Russland stammen 40 Prozent, aus den Niederlanden kamen 29 Prozent und aus Norwegen kamen 21 Prozent. Die restlichen 3 Prozent stammen vor allem aus Großbritannien und Dänemark.

 

Erdgasverbrauch in Deutschland

Innerhalb Deutschlands wurden insgesamt 866 Milliarden kWh verbraucht und 326 Milliarden kWh wieder ausgeführt. Der größte inländische Gasverbrauch fällt im Sektor der privaten Haushalte und Kleingewerbe an (384 Milliarden kWh). Darauf folgt die Industrie (360 Milliarden kWh). Der Rest entfällt auf Kraft- und Heizwerke der allgemeinen Versorgung.

 

Gaspreise für Verbraucher sinken, Preisunterschiede steigen an

Durch Deutschlands Rolle als Verkehrsknotenpunkt für Erdgas in Europa sind Lieferengpässe nicht zu befürchten. Auch die starken Preiserhöhungen im kurzfristen Gas-Großhandel werden wenig Auswirkungen auf die privaten Verbraucher haben. Im Gegenteil: Im mittel- und langfristigen Trend befinden sich die Gaspreise nach wie vor im Sinkflug. Die meisten Gasversorger haben in den vergangenen Jahren die Preise mehrfach gesenkt.

Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Gasanbietern sind allerdings groß. Regionale Grundversorger verlangen für 20.000 kWh im bundesdeutschen Durchschnitt 1.401 Euro im teuren Standard-Tarif. Der bundesdeutsche Durchschnittspreis liegt hingegen bei 1.161 Euro. Der günstigste verfügbare Gastarif einschließlich Neukundenbonus beträgt aktuell durchschnittlich 737 Euro. Wer den richtigen Gasanbieter wählt, kann also fast die Hälfte der jährlichen Heizkosten einsparen. So kann man trotz des Wintereinbruchs und einem höheren Erdgasverbrauch eine ganze Menge Geld sparen.

 

Mit Material von energate

Bild: © Oleg-F – Fotolia.com

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