Wohin entwickeln sich die Gaspreise?

Entwicklung der Gaspreise

Wohin geht die Reise der Gaspreise? Nach oben oder nach unten? Wir geben einen Ausblick

Die Großhandelspreise für Gas sind in den vergangenen Jahren deutlich gefallen. An den Spotmärkten auf dem europäischen Festland lag der Preis für 1.000 kWh Erdgas im Dezember 2014 bei durchschnittlich 23 Euro. Im Herbst 2016 schwanken die Preise um die Marke von 12 Euro – für die gleiche Menge Erdgas muss nur noch die Hälfte bezahlt werden.

Warum sind die Gaspreise so stark gefallen?

Weltweit herrscht ein Überangebot an Erdgas. Der Hauptgrund dafür ist die unkonventionelle Gasförderung in den USA, die in den vergangenen Jahren immer mehr an Fahrt aufgenommen hat. In jüngster Vergangenheit wurde die Förderung angesichts der niedrigen Preise zwar zurückgefahren, doch da im Zuge der immer noch hohen Ölförderung auch Erdgas gewonnen wird, sind die Fördermengen nach wie vor hoch.

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Branchenbeobachter weisen jedoch darauf hin, dass wegen der niedrigen Gaspreise eine große Anzahl von Erdgaskraftwerken in den USA gebaut wurden, die nun ältere Kohlemeiler verdrängen sollen. Daher wird von einer nachhaltig steigenden Nachfrage an Erdgas in den USA ausgegangen, was die Preise wieder in die Höhe treiben könnte. Allerdings ist noch genügend Erdgas vorhanden und es werden eine ganze Reihe von Flüssiggas-Terminals gebaut, die den Rest der Welt mit amerikanischem Gas versorgen sollen.

Gasfelder und Infrastruktur werden erschlossen

Wie sehr sich diese Entwicklung auf die Preise in Europa auswirken wird, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. Große Gasvorkommen, wie etwas das vor Israels Küste entdeckte Leviathan-Gasfeld, warten darauf, erschlossen zu werden. Steigen die Erdgaspreise an, wird diese Förderung sogar beschleunigt. Neben den USA ist Russland der größte Erdgasproduzent der Welt. In Zukunft soll noch mehr russisches Gas über die Ostsee und die Türkei nach Europa gelangen.

Weltwirtschaft und Klima sind wichtige Faktoren für den Gaspreis

Neben den Förderbedingungen spielt auch das globale Wirtschaftswachstum eine große Rolle für die Entwicklung der Gaspreise. Es lag im Jahr 2016 bei rund 3 Prozent, für das kommende Jahr wird ein leichter Anstieg erwartet, der jedoch zu gering ausfallen könnte, um die weltweiten Rohstoffpreise deutlich nach oben zu treiben. Ein weiterer Faktor ist die Strenge des Winters – der vergangene Winter war weltweit relativ mild und der Gasverbrauch ist entsprechend gesunken, was zu vollen Gasspeichern bei den Produzenten geführt hat. Wird der kommende Winter kälter, sinkt auch das Gasangebot und die Preise könnten leicht ansteigen.

Fazit: Gaspreise bleiben auf niedrigem Niveau

Für Endverbraucher ist in den kommenden Jahren nicht mit einem starken Anstieg der Gaspreise zu rechnen. Wer jetzt neu baut und sich für eine Heizungsart entscheiden muss, kann sich getrost für eine Gasheizung entscheiden. Zusätzlich steigen die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Gasanbietern immer weiter an. Wer klug vergleicht und einen günstigen Gastarif wählt, kann pro Jahr über 600 Euro im Vergleich zu teuren Anbietern einsparen.

Bild: © Calin Tatu – Fotolia.com

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