Zinsprognose 2016 – kaum gravierende Änderungen zu erwarten

Zinsprognose 2016: Info

In der Zinsprognose 2016 sind keine Änderungen zu erwarten.

Wie in jedem Januar erwarten Sparer und Anleger für das kommende Jahr die Zinsprognose – 2016 bringt aber voraussichtlich kaum Änderungen mit sich. In einem Interview beantwortete Dr. Klaus Wiener vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vor allem Fragen zur momentanen Entwicklung an der Börse in China, der Konjunkturaussicht in Deutschland sowie der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Dr. Wiener vertritt vor allem auch die Interessen von Sparern und Versicherern. Diese Interessen sind laut Zinsprognose 2016, die eine weitere Niedrigzinsphase vermuten lässt, stark gefährdet. Es wundert daher nicht, dass der promovierte Ökonom sich für eine Änderung in der Politik der EZB ausspricht.

 

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Zinsprognose 2016: Keine Hoffnung für Sparer auf Zinsanstieg

Aufgrund der niedrigen Zinsen ist Geld momentan so günstig zu erhalten, wie es lange nicht der Fall war. Das bietet viele Vorteile für eine Baufinanzierung, doch Investoren zum Beispiel haben keine Aussichten auf gute Renditen. Diese fallen eher marginal aus, für Bundesanleihen sind die Renditen sogar im Negativbereich verortet. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass Großanleger noch Geld dafür zahlen müssen, dass sie der Bundesrepublik Deutschland Geld leihen. Was der Volkswirtschaft helfen soll, kann für den Sparer und für die Altersvorsorge jedoch verheerend sein. Denn niedrige Zinsen lassen das Gesparte minimal wachsen. Dies wird momentan dadurch aufgefangen, dass die wirtschaftliche Lage als stabil angesehen wird, womit der Generationenvertrag durch Sozialversicherungsbeiträge gesichert ist. Doch trotz der steigenden Zuwanderung entwickelt sich die demografische Lage dahingehend, dass die Gruppe der Beschäftigten die Rentner künftig nicht mehr finanzieren kann. Dr. Wiener führt dazu Zahlen und Prognosen an, nach denen bis zum Jahr 2060 nur noch etwa 38 Millionen Menschen der Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen angehören werden. Im Jahr 2013 waren es noch 49,2 Millionen.

 

Wiener fordert Kurswechsel in der Zinspolitik

Aus der Analyse der momentanen und der künftigen Situation fordert der Ökonom eine Änderung der Zinspolitik, damit eine Aufstockung des Kapitals möglich ist. Denn mit Anhalten der Niedrigzinsphase ist keinerlei Erhöhung der Rendite möglich. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Sparer: So klagt zum Beispiel die Versicherungswirtschaft Einbußen von 15 Milliarden Euro ein, so ein Bericht mit dem Titel „Milliarden-Einbußen durch Niedrigzinspolitik“. Sparer der Altersvorsorge hoffen momentan also vergebens auf bessere Zeiten.

 

Trotz Zinsprognose 2016: Deutsche bewahren Geld traditionell auf

Wie die FAZ berichtet, führt dies jedoch nicht dazu, dass in Deutschland neue Anlageformen gesucht werden. 77 Prozent der in einer Studie befragten Sparer gaben an, ihr Geld weiterhin als Tagesgeld und in einem Sparbuch angelegt zu haben, obwohl diese Form des Sparens momentan eine minimale Rendite abwirft. Das Kopfkissen und der Sparstrumpf sind also trotz drohender Negativrendite noch immer nicht der Ort, an dem die Deutschen ihr Geld aufbewahren.

 

„Quo vadis?“ Die Niedrigzinspolitik der EZB

Was die Niedrigzinspolitik der EZB angeht, sieht Ökonom Wiener keine Anzeichen für eine Änderung. Zu Beginn des Monats Dezember 2015 wurde beschlossen, das Anleihekaufprogramm zu verlängern. Schon das Anleihekaufprogramm des EZB-Rats vom Januar 2015 (1,15 Billionen Euro) ließ einen Druck auf die Zinsen entstehen, der die Renditen schrumpfen ließ. Im Euro-Raum werden daher die Kapitalmarktzinsen niedrig bleiben, so Wieners Zinsprognose für 2016 und die folgenden Jahren.

 

In welcher Verfassung befindet sich die Konjunktur in Deutschland?

Das Bruttoinlandsprodukt wird aktuellen Berechnungen zufolge in diesem Jahr vermutlich um 1,5 Prozent wachsen. Die insgesamt positive Entwicklung ist nicht auf die klassische Stärke Deutschlands, nämlich den Export, zurückzuführen, sondern beruht auf der starken Nachfrage im Inland: Durch den niedrigen Zinssatz lohnt es sich kaum noch, Geld langfristig anzulegen. So wird der Konsum angekurbelt. Dr. Wiener fordert im Interview vonseiten der Bundesregierung jedoch noch mehr Initiative für die Stärkung des langfristigen Konsums und weist zudem darauf hin, dass mehr für die kapitalgedeckte Altersvorsorge getan werden muss.

 

Chinas Einfluss auf die deutsche und europäische Wirtschaft

In Zeiten verschränkter Finanz- und Wirtschaftsmärkte können potenzielle Rezessionen wirtschaftsstarker Staaten einen Einfluss auf die heimische Wirtschaft haben. Dass in Europa Geld momentan günstig zu bekommen ist, ist einer der wenigen Vorteile, die Dr. Wiener in der laxen Geldpolitik der EU sieht. Damit einher geht die Hoffnung auf eine „Entkopplung“ der turbulenten Entwicklung an den Aktienmärkten in China und den Nationalstaaten der EU, vor allem in Deutschland. Laut dem Experten Thomas Grüner, der in einem Interview für die Onlinepräsenz des Handelsblatts Fragen beantwortete, bleiben für Investoren in Zeiten niedriger Zinsen nicht wenig Kapitalmärkte übrig, an denen eine Investition lohnenswert sein kann. Aktienmärkte zählt er zu diesen, womit sich die Sorge vor Unruhen an kapitalstarken Aktienmärkten erklärt.

 

Mit Material von gdv.de, handelsblatt.de, faz.net

Bild © Joachim Wendler – Fotolia.com

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